Nierensteine

Der Stein ist nur das Symptom einer Erkrankung. Nierensteine verursachen nicht zwingend wahrnehmbare Beschwerden. Problematisch sind größere Nierensteine, die kolikartige Schmerzen beim Abwandern hervorrufen können. Die Therapie erfolgt heute in praktisch allen Fällen minimal-invasiv.

Allgemein

Nierensteine zählen zu den Harnsteinen und sind Ablagerungen, die sich aus Bestandteilen des Urins bilden. Sie entstehen in den Kanälchen der Niere, im Nierenbecken sowie in den ableitenden Harnwegen (zum Beispiel in den Harnleitern oder in der Blase). Manche sind so klein wie Reiskörner, andere füllen unter Umständen das ganze Nierenbecken aus. Ihre Zusammensetzung ist unterschiedlich, erbliche Vorbelastung ist möglich. Nierensteine gelten als Wohlstandskrankheit, deren Entstehung durch eiweißreiche Ernährung, Überernährung, Fettleibigkeit (Adipositas) und Bewegungsmangel gefördert wird.

Harnsteine können im gesamten Harntrakt vorkommen. Je nach Lage spricht man von Nierensteinen, Harnleitersteinen und Blasensteinen. Nierensteine sind kristalline Strukturen, die sich in der Regel zunächst in den Nierenkelchen bilden. Förderlich sind zu geringe Trinkmenge, falsche Ernährung und Immobilität (z.B. mehrwöchige Bandscheibenproblematik, Knochenbruch o.ä.). Ca. 60 % der Patienten entwickeln mehrfach Steine. Bei ungefähr 15 % der Steine ist eine medikamentöse Therapie möglich, viele Steine können heute jedoch auch mittels Ultraschallwellen zertrümmert und anschließend ausgeschwemmt werden.

Symptome

Nierensteine verursachen nicht zwingend wahrnehmbare Beschwerden. Schmerzen treten auf, wenn Nierensteine aus den Nieren in den Harnleiter gelangen und dort langsam abwandern. Diese sogenannten Harnleitersteine verursachen je nach Größe unterschiedlich starke Beschwerden. Sehr kleine Steine gelangen in den Urin und werden mit dem Harn ausgeschieden – der Betroffene verspürt dabei höchstens einen kleinen, stechenden Schmerz beim Wasserlassen. Problematischer sind größere Nierensteine. Symptome wie starke, kolikartige Schmerzen, die sich innerhalb von 15 bis 30 Minuten fast bis zur Unerträglichkeit steigern und je nach Lage des Steins in andere Körperteile ausstrahlen, begleiten den akuten Steinabgang.

Anzeichen, die auf eine Nierenkolik und somit auf Nierensteine hinweisen, sind:

  • Plötzlich auftretende, heftige, stechende, krampfartige, wellenförmige Schmerzen, die je nach Lage des Nierensteins in den Rücken, den seitlichen Unterbauch, die Leisten oder in die Genitalregion ausstrahlen
  • Häufiges Wasserlassen kleiner Harnmengen und nicht zu unterdrückender Harndrang
  • Oft Blut im Urin (zum Teil nur mit dem Mikroskop sichtbar)
  • Stuhlgang und Blähungen gehen nicht mehr ab (reflektorischer Darmverschluss)
  • Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
  • Motorische Unruhe
  • Schweißausbruch, Kollapsneigung
  • Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen beim Wasserlassen bei zusätzlicher Harnwegsinfektion


Sobald der abgehende Nierenstein die Harnblase erreicht, verschwindet die Nierenkolik spontan. Wie schnell das passiert, hängt von der Größe des Steins ab.

Behandlung

Die Therapie von Nieren- und Harnleitersteinen erfolgt heute in praktisch allen Fällen ohne offene Schnittoperationen, sondern minimal-invasiv. Das Spektrum reicht von der Zertrümmerung von außen bis hin zu endoskopischen Verfahren der Schlüssellochchirurgie. Der Stein ist nur das Symptom einer Erkrankung.

Präventive Maßnahmen

  • Regelmäßig ausreichend Trinken, möglichst zuckerfreie Getränke
  • Übergewicht abbauen
  • Ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Speisen mit viel Eiweiß und Kochsalz
  • Körperliche Bewegung im Alltag integrieren

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