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Hodenhochstand schnell behandeln

Den Neugeborenen tut es nicht weh und den Eltern fällt es in den ersten Wochen nach der Geburt kaum auf: Bei bis zu drei Prozent aller Kinder sind ein oder beide Hoden nach der Geburt (noch) nicht im Hodensack, bei Frühgeborenen fast bei jedem Dritten. Oft wandern die Hoden in den ersten Wochen von selbst an den vorbestimmten Ort. Passiert das aber bis zum sechsten Lebensmonat nicht, muss das Problem unbedingt behandelt werden, und zwar vor dem 1. Geburtstag.

Mögliche Folgeerkrankungen bei Hodenhochstand

Der Hodenhochstand oder Maldescensus testis führt häufig zu Folgeerkrankungen wie Unfruchtbarkeit, Leistenbruch und Hodenkrebs. Behandelt wird der Hodenhochstand zunächst meist mit Hormonen, die über ein Nasenspray verabreicht werden. Wenn das nicht wirkt, werden die Hoden durch eine kleine Operation an die richtige Stelle gebracht.

Die Ursache für den Hodenhochstand ist nicht eindeutig festzulegen. Er kann Folge einer Störung des Hormonhaushalts oder einer Entwicklungsstörung sein, genetisch bedingt (und damit vererbbar), aber auch Umweltfaktoren oder ein Diabetes der Mutter sind mögliche Ursachen.

Wenn Eltern merken, dass sich der Hodensack leer anfühlt, müssen Kinderarzt oder Urologe das Baby untersuchen. Zunächst wird festgestellt, ob überhaupt Hodengewebe existiert. Anschließend wird untersucht, ob es sich um für die Erkrankung typischen Bauchhoden, Leistenhoden oder Gleithoden handelt. Wird hingegen ein Pendelhoden festgestellt, ist keine Behandlung möglich. Dann handelt es sich um keinen echten Hodenhochstand, sondern der Hoden pendelt durch Muskelreflexe zwischen Hodensack und Leiste.

Operiert wird der Hodenhochstand durch einen sehr kleinen Schnitt in der Leiste. Der Arzt bringt den oder die Hoden in den Hodensack und näht sie dort fest. Das ist in 90 bis 95 Prozent aller Fälle dauerhaft erfolgreich. Ab der Pubertät sollten Jungen ihre Hoden regelmäßig abtasten und bei Vergrößerungen oder Verhärtungen den Urologen aufsuchen. 

Weitere Informationen gibt es in der Jungensprechstunde

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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