vor 3 Monaten

Sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität und Beziehungsformen

Männer lieben Frauen und Frauen lieben Männer – alles andere war lange Zeit verpönt und sogar gesetzlich verboten. Seit 1969 ist die gleichgeschlechtliche Liebe ab einem Alter von 21 Jahren in Deutschland erlaubt, später wurde das Alter schrittweise auf 14 Jahre gesenkt. Heiraten können gleichgeschlechtliche Paare erst seit Oktober 2017. Ungeachtet der gesetzlichen Lage war die Vielzahl geschlechtlicher Orientierungen schon immer gegeben.

Dasselbe gilt für Beziehungsformen. Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Während manche Paare monogam glücklich werden, finden andere ihre Erfüllung in Polyamorie. Der Liebe sind keine Grenzen gesetzt – außer jene, die man für sich selbst setzt.


 

Die Vielfalt der sexuellen Orientierungen:


Heterosexuell: Heterosexuell ist man, wenn man sich zum jeweils anderen Geschlecht hingezogen fühlt.

Homosexuell / schwul: Männer fühlen sich emotional und körperlich von Männern angezogen.

Homosexuell / lesbisch: Homosexuell funktioniert natürlich in beide Richtungen - fühlen sich Frauen von demselben Geschlecht angezogen, sind sie lesbisch.

Bisexuell: Manchmal ist die sexuelle Orientierung gar nicht an ein Geschlecht geknüpft. In diesem Fall fühlt ein Mann oder eine Frau sich emotional wie sexuell von beiden Geschlechtern angezogen. Ob mit Mann oder Frau eine Beziehung eingegangen wird, kann variieren.

Asexuell: Asexuelle Menschen verspüren keine oder nur sehr geringe sexuelle Anziehung zu anderen Menschen. Trotzdem können sie sich natürlich verlieben und emotional binden. Lediglich die sexuelle Komponente fällt weg, da sie schlichtweg keinen Reiz ausmacht.

Omnisexuell / pansexuell: Mann oder Frau? Ist doch egal! Wenn man omnisexuell oder pansexuell ist, dann entscheiden geschlechtsunabhängige Faktoren, wie zum Beispiel der Charakter, die Persönlichkeit oder schlichtweg die Ausstrahlung, ob man sich in die jeweilige Person verliebt.

Androsexuell: Die Androsexualität bezeichnet grundsätzlich nur die sexuelle Hingezogenheit zu Männern. Das Geschlecht der Person, die androsexuell ist, spielt bei diesem Begriff keine Rolle. Vielmehr zählen maskuline Eigenschaften.

Gynosexuell: Die Gynosexualität ist das Gegenteil von Androsexualität: Es bedeutet die sexuelle Hingezogenheit zu Frauen oder Personen mit weiblichen Attributen. Wie bei der Androsexualität spielt das Geschlecht der Person, die die Anziehung empfindet, bei diesem Begriff nicht unbedingt eine Rolle.

Autosexuell: Autosexuelle Menschen fühlen sich bevorzugt zu sich selbst hingezogen.

Demisexuell: Demisexuelle Menschen verspüren nur dann sexuelle Erregung, wenn zwischen ihnen und einer anderen Person eine starke emotionale Bindung besteht.


 

Geschlechtliche Identität:


Cisgender: Die Silbe Cis wird benutzt, um auszudrücken, dass sich ein Mensch mit dem Geschlecht identifiziert, mit dem er geboren wurde.

Transsexuell: Transsexuelle Menschen möchten ihr Geschlecht wechseln, von Mann zu Frau oder von Frau zu Mann. Sie haben das Gefühl, im falschen Körper gelandet zu sein. Manche Menschen entscheiden sich daher zu einer Geschlechtsumwandlung per Hormontherapie und Operation. Die Entwicklung beginnt oft mit dem Kleiden nach den Normen des gegensätzlichen Geschlechts. Transsexuelle möchten als Angehörige des jeweils anderen Geschlechts leben und anerkannt werden. Körperlich weibliche Personen, die ein Mann sein wollen, werden als Transmänner bezeichnet. Physisch männliche Personen, die als Frau leben wollen, werden Transfrauen genannt.

Intersexuell: Bei intersexuellen Menschen lassen sich die körperlichen Eigenschaften wie die Genitalien oder die Chromosomen nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen.


 

Beziehungformen:


Monogamie: In einer monogamen Beziehung führen zwei Menschen eine exklusive Paarbeziehung, Treue ist die Basis.

Mingle: In einer Mingle-Beziehung ist man offiziell Single, lebt aber auf eine bestimmte Art und Weise wie ein Pärchen. Experten sprechen von einer halben Beziehung. Mingle ist eine Wortneuschöpfung, die sich aus ‚mixed‘ und ‚Single‘ zusammensetzt. Im Gegensatz zu "Freundschaft plus" (Sex unter Freunden, mehr nicht), wissen die Beteiligten beim Mingle-Dasein oft selbst nicht genau, was sie eigentlich gemeinsam sind.

Living apart together: LAT-Paare führen eine feste Beziehung, leben aber nicht zusammen in einem Haushalt. Diese Variante kann sich zufällig aufgrund weit entfernter Arbeitsplätze ergeben, aber auch gewollt sein. Manche Paare brauchen räumliche Distanz, um sich in einer Beziehung wohlzufühlen.

Polyamory: Polyamouröse Menschen können sich gleichzeitig in mehr als eine Person verlieben und sexuelle Beziehungen pflegen. Wichtig ist dabei, dass alle beteiligten Personen von dem Arrangement wissen.

BDSM-Beziehungen: BDSM ist die Abkürzung für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“, es handelt sich um einen Sammelbegriff verwandter sexueller Vorlieben, bei denen Dominanz und Unterwerfung eine wichtige Rolle spielen. Eine emotionale Komponente kann eine Rolle spielen, muss aber nicht. Es gibt auch reine „Spielbeziehungen", die ausschließlich dazu dienen, zusammen die speziellen sexuellen Vorlieben auszuleben.

Requiesoromantisch: Ein Mensch wird als requisoromantisch bezeichnet, wenn er oder sie keine romantische Anziehung mehr fühlt, weil er zum Beispiel aufgrund von schlechten Erfahrungen in romantischen Beziehungen mental und körperlich erschöpft ist.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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