vor 2 Monaten

Harnwegsinfektionen betreffen nicht nur Frauen

HarnwegsinfektionenUnter einer Harnwegsinfektion versteht man eine Entzündung der ableitenden Harnwege. Zu den ableitenden Harnwegen gehören diejenigen Organe, durch die der Urin nach außen transportiert wird: Ausgehend von den Nieren sind dies das Nierenbecken, die Harnleiter, die Harnblase und die Harnröhre. Hervorgerufen werden Harnwegsinfektionen in der Regel von Bakterien. Typische Symptome sind Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sowie ein starker und häufiger Harndrang.

Obere Harnwegsinfektion und untere Harnwegsinfektion?


Harnwegsinfekt ist nicht gleich Harnwegsinfekt. Die erste Unterscheidung liegt darin, welcher Teil des Harnsystems betroffen ist – also wo sich die Symptome äußern.

Bei häufigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen, ist davon auszugehen, dass nur der untere Harntrakt betroffen ist. In diesem Fall äußert sich die Harnwegsinfektion in Form einer meistens unkomplizierten Blasenentzündung (Zystitis).

Stellen sich zusätzlich Flankenschmerzen, Schmerzen in der Nierengegend oder Fieber (>38 °C) ein, handelt es sich um eine obere Harnwegsinfektion. Denn dann ist davon auszugehen, dass die Entzündung in Richtung Harnleiter, Nieren oder Nierenbecken aufgestiegen ist (Nierenbeckenentzündung). In diesem Fall spricht man von einem schwereren Verlauf und einem komplizierten Harnwegsinfekt.

Typische Symptome einer Infektion im unteren Harntrakt (z. B. Blasenentzündung):

  • Häufiger Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Ungewollter Urinverlust
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Trüber, unangenehm riechender Urin
  • Blut im Urin

Typische Symptome einer Infektion im oberen Harntrakt (z. B. Nierenbeckenentzündung):

  • Flankenschmerzen
  • Schmerzen in der Nierengegend
  • Fieber (>38 °C)
  • Schüttelfrost
  • Blut im Urin

Wer ist betroffen?

Infekte der Harnwege betreffen Frauen, Männer und Kinder.

Jede zweite Frau macht in ihrem Leben mindestens eine Blasenentzündung durch. Mädchen, genauso wie junge Frauen und solche ab 60 Jahren. Zu etwa 95 Prozent sind Bakterien der Auslöser von Blasenentzündungen. Die Escherichia-coli-Bakterien zählen zu den häufigsten Erregern. Sie sind ein unentbehrlicher Teil der natürlichen Darmflora. Harnröhren- und Darmausgang liegen bei Frauen von Natur aus näher zusammen als bei Männern. Aufgrund der kurzen Harnröhre gelangen die Bakterien schneller in die Blase. Eine Blasenentzündung ist der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit bei Frauen.


Männer erkranken meist erst ab einem höheren Alter, wenn es zu altersbedingten Harnabfluss-Störungen kommt. Doch egal, in welchem Alter die Blasenentzündung auftritt: Die Symptome einer Zystitis sind beim Mann immer ein Warnzeichen. Denn anders als bei Frauen liegen bei Männern meist Faktoren vor, welche die Entstehung von Harnwegsinfekten oder das Risiko für Komplikationen erhöhen. Fachleute sprechen daher auch von einer komplizierten Blasenentzündung. Oft ist eine Störung im Bereich der ableitenden Harnwege für die Blasenentzündung beim Mann verantwortlich. Am häufigsten sind Symptome der Zystitis bei Männern durch eine vergrößerte Prostata bedingt, welche die Harnröhre einengt. Ein weiterer häufiger Grund ist eine durch Vernarbungen entstandene Harnröhrenverengung (etwa infolge von Infektionen).

Harnwegsinfektionen sind im frühen Kindesalter die häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten und treten in den ersten sechs Lebensjahren bei 7 % der Mädchen, seltener bei Jungen auf. Aufgrund des fehlenden oder nur eingeschränkten Sprachvermögens können die Kinder ihre Symptome nicht genau beschreiben und fallen vorerst nur durch einen kränklichen Allgemeinzustand auf. Neben der Blasenentzündung können sich auch kompliziertere Fälle wie eine Nierenentzündung (Pyelonephritis) entwickeln. Die Kinder sind sehr krank, haben oft sehr hohes Fieber und geben manchmal, aber nicht immer, Schmerzen in der Nierenregion an. Fieberhafte Harnwegsinfektionen müssen umgehend ärztlich behandelt werden.

Wenn Sie oder Ihre Kinder an den beschriebenen Symptomen leiden, bitten wir Sie zur Sicherheit den Urologen / die Urologin Ihrer Wahl oder bei akuten Symptomen auch das Krankenhaus aufzusuchen.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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