vor 4 Monaten

Menschen mit chronischen Erkrankungen: Wenig Vertrauen in Selbstwirksamkeit und Vorsorge – neue Studienanalyse

Sich regelmäßig bewegen, ausgewogen ernähren – diese Gesundheitstipps sind vielen Menschen bekannt. Doch ein nicht geringer Teil zweifelt daran, diese Tipps dauerhaft umsetzen und damit den eigenen Gesundheitszustand beeinflussen zu können. Besonders deutlich wird das bei Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das zeigt eine aktuelle Studienauswertung der Stiftung Gesundheitswissen.

Überall finden sich Tipps für ein gesünderes Leben – sei es im Internet, Fernsehen oder Radio, in der Apotheke oder in Arztpraxen. Aus diesem Angebot verlässliche Gesundheitsinformationen herauszufiltern, ist eine Herausforderung. Die Informationen dann auch in den Alltag zu integrieren, fällt vielen Menschen schwer. Ein Beispiel aus der aktuellen Analyse der Stiftung Gesundheitswissen zum Informations- und Gesundheitsverhalten von Menschen mit chronischen Erkrankungen: 72 Prozent der befragten chronisch Kranken geben an, dass eine gesundheitsbewusste Ernährung für die eigene Gesundheit wichtig sei. Doch nur 53 Prozent ernähren sich auch gesundheitsbewusst. Ganz ähnliche Ergebnisse hatte bereits der Gesundheitsbericht der Stiftung Gesundheitswissen aus dem Jahr 2020: 71 Prozent der Bevölkerung hielten eine gesunde Ernährung für wichtig. Aber nur 52 Prozent ernährten sich auch gesund.

Die Stiftung Gesundheitswissen hat ihre Erhebungen zum Gesundheitsverhalten der Menschen erweitert. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach wurde in einer Umfrage der Blick speziell auf die Situation chronisch Erkrankter gerichtet. Untersucht wurden unter anderem die Einschätzung der eigenen Einflussmöglichkeiten auf den Gesundheitszustand und das Vertrauen in Vorsorge.

Das Ergebnis: Menschen mit chronischen Erkrankungen haben zwar eine klare Vorstellung, was einen gesunden Lebensstil ausmacht und sie fühlen sich auch insgesamt gut informiert. Aber nur 17 Prozent der Studienteilnehmenden glauben daran, mit ihrem Verhalten den eigenen Gesundheitszustand beeinflussen zu können. 29 Prozent der befragten chronisch Kranken sind sogar eher fatalistisch gestimmt und sehen für sich selbst keinerlei Einflussmöglichkeiten auf den Verlauf einer Erkrankung. Zu diesen Menschen zählen überdurchschnittlich Frauen, Erkrankte mit erheblichen Einschränkungen und chronisch Kranke, die von mehreren Krankheiten betroffen sind.

Die kompletten Fakten zur Studie und weitere Infos finden Sie hier.


 

Quelle: Stiftung Gesundheitswissen – Pressemitteilung vom 26.04.2022


 

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