vor 3 Monaten

Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es für Erwachsene?

Wozu Vorsorgeuntersuchungen?

Wir kennen alle den Alltag. Es ist immer zu viel zu tun. Die spärliche Freizeit möchte man nicht mit unnötigen Terminen vergeuden. Die Vorsorgeuntersuchung gehört definitiv nicht dazu, denn sie kann Leben retten.

Was sich so drastisch anhört, ist für manche bittere Realität. Laut eines Berichts des BR sterben jedes Jahr rund 25.000 Menschen an einer Krebserkrankung, die bei frühzeitiger Erkennung durch eine Vorsorgeuntersuchung hätten gerettet werden können. 

Gesetzliche Krankenkassen zahlen regelmäßige Gesundheits-Checks und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

 

Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es ab welchem Alter?

Ab 20 Jahren: Einmal pro Jahr eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen (Gebärmutterhalskrebs) bei Frauen.

Bis 25 Jahre: Jährlicher Test auf eine Infektion mit Chlamydien für Frauen.

Ab 30 Jahren: Zur Krebsvorsorge von Frauen kommt eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung hinzu. Patientinnen sollten regelmäßig selbst ihre Brust abtasten, um bei Auffälligkeiten sofort einen Arzt aufzusuchen.

Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre allgemeiner Gesundheits-Check-Up für Männer und Frauen zur Früherkennung zum Beispiel von Nieren-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening (Früherkennung) für Männer und Frauen. Dabei wird die Haut des gesamten Körpers in Augenschein genommen.

Ab 45 Jahren: Für Männer jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata.

Von 50 bis 55 Jahren: Jährliche Stuhluntersuchung für Männer und Frauen zur Darmkrebsfrüherkennung (Test auf verborgenes Blut im Stuhl).

Ab 55 Jahren: Darmkrebsfrüherkennung für Männer und Frauen – alle zwei Jahre Stuhluntersuchung (Test auf verborgenes Blut) oder im Abstand von zehn Jahren maximal zwei Früherkennungs-Darmspiegelungen (Koloskopien).

Von 50 bis 69 Jahren: Für Frauen alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie-Untersuchung.

über 65 Jahre: Seit 2018 haben Männer einmalig einen Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader.



 

Impfungen als Vorsorgeleistung

Impfungen gehören ebenfalls zur Vorsorgeleistung der Krankenkassen, um einen anhaltenden Schutz gegen Infektionen zu gewährleisten. 
Erwachsene haben Anspruch auf eine Impfung gegen Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre. Ab 60 Jahren kommt noch eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken und eine jährliche Grippeimpfung dazu. Eine gute Orientierung über Impfungen bieten die jährlichen Empfehlungen der STIKO am Robert-Koch-Institut. Alle von der Kommission empfohlenen Schutzimpfungen sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Jede Kasse kann in ihrer Satzung allerdings weitere Impfangebote als freiwillige Leistungen vorsehen. Patienten müssen diese im Einzelfall mit ihrer Krankenkasse klären.

HPV-Impfung bei Jungen

HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen - empfohlen auch für Jungen als mögliche Überträger

Die Kosten der Schutzimpfung gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung) für Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren werden nach einer ärztlichen Beratung übernommen und können vom Kinderarzt, Gynäkologen oder Hausarzt vorgenommen werden. Die HPV-Impfung für Jungen wird ebenfalls empfohlen und wird bereits jetzt von vielen Kassen als freiwillige Leistung bezahlt. Es ist jedoch noch nicht der Regelfall. Diese Impfung sollte ebenfalls beim Kinderarzt, Hausarzt oder Urologen durchgeführt werden.


 

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
Darüber hinaus werben viele Arztpraxen zusätzlich mit speziellen Tests und Untersuchungen, die sie gegen private Kostenübernahme offerieren, da diese nicht im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten sind und die Kassen die Kosten dafür nicht übernehmen.
Dabei handelt es sich um so genannte IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen).

Eine meist privat zu zahlende Leistung ist der sogenannte PSA-Test für Männer, der darauf hinweisen kann, ob man(n) an Prostatakrebs erkrankt ist oder nicht. Ist der PSA-Test erhöht, folgen weitere Untersuchungen beim Urologen.

Die wichtigsten Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Was viele Patienten nicht wissen: Treten bestimme Symptome oder Beschwerden auf – etwa ein auffälliger Tastbefund der Brust oder ein Verdacht auf Blutarmut – müssen die gesetzlichen Krankenkassen weitere Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen übernehmen.

Ob die Kassen die Kosten tragen, sollte man vorab genau klären - denn die Beträge für bereits privat gezahlte Leistungen werden nachträglich meist nicht erstattet.

Speziell zur Krebsvorsorge erteilt der Informationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg Auskunft – telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, unter 0800 - 420 30 40 oder im Internet.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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