vor 5 Monaten

Das Spermiogramm: Ein Qualitätszeugnis der Samenflüssigkeit

Wenn ein Kinderwunsch trotz aller Anstrengungen (oder Freuden) nicht in Erfüllung geht, können ärztliche Untersuchungen Aufschluss über das „warum“ geben. Frauen wenden sich dann an den Gynäkologen, Männer können ihre Fruchtbarkeit beim Urologen untersuchen lassen. Dort wird neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung vor allem ein Spermiogramm erstellt. Es basiert auf der Analyse des Ejakulats und beschreibt Zahl, Beweglichkeit und Aussehen der Spermien. Denn nur wenn es genug gut bewegliche und nicht deformierte Spermien gibt, ist eine Befruchtung möglich oder wahrscheinlich.

Die Untersuchung der Samenflüssigkeit findet nach international geltenden Kriterien im Labor statt, der Mann muss dafür lediglich sein Ejakulat bereitstellen. Voraussetzung für aussagefähige Ergebnisse ist allerdings eine vorangehende 3- bis 5 tägige Enthaltsamkeit, und das Sperma muss frisch sein. Deshalb ist es sinnvoll, sich in der Praxis zum Erguss zu bringen – die Samenflüssigkeit sollte nie länger als 30 Minuten und immer bei Körpertemperatur aufbewahrt werden.

Welche Informationen liefert ein Spermiogramm?

Das Spermiogramm liefert nicht zwangsläufig eine JA/NEIN Antwort darauf, ob der Mann zeugungsfähig ist. Einerseits kann die Spermienqualität aus verschiedenen Gründen nur an diesem Tag vergleichsweise schlecht sein; deshalb wird die Untersuchung bei auffälligen Werten auf jeden Fall wiederholt. Andererseits kennt die moderne Kinderwunschmedizin verschiedene Methoden, wie auch bei eingeschränkter Spermienqualität eine Eizelle befruchtet werden kann – wenn auch nicht in jedem Fall.

Grundsätzlich sind Männer tatsächlich in jedem Alter zeugungsfähig, allerdings nehmen Zahl und Qualität der Spermien mit dem Alter ab. Wer seine Fruchtbarkeit möglichst gut erhalten will, sollte unbedingt aufs Rauchen verzichten, Alkohol nur in Maßen konsumieren und sich regelmäßig bewegen. Übrigens: Wer die Qualität seiner Samenflüssigkeit aus reiner Neugier untersuchen lassen möchte, muss das privat bezahlen. Bei gesetzlich Versicherten, die schon länger einen unerfüllten Kinderwunsch haben, übernimmt die Krankenkasse die Kosten des Spermiogramms. Auch hierzu kann der Urologe nähere Informationen geben.

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