vor 2 Monaten

Wie sieht eine Therapie bei Blasenkrebs aus?

Blasenkrebs – früh erkannt ist Heilung möglich

Experten schätzen, dass in Deutschland pro Jahr knapp 30.000 Menschen an Blasenkrebs erkranken – dreimal so viele Männer, wie Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 72 und bei Frauen bei 74 Jahren. Die Therapie beim Blasenkrebs hängt in erster Linie von der Art, der Lage und dem Stadium des Tumors ab. Wird er im frühen Stadium entdeckt, d.h. wenn nur die innerste Blasenwand-Schicht (nicht-muskelinvasiv) betroffen ist und nicht die Muskulatur (muskelinvasiv), die dahinterliegt, ist der Krebs gut zu behandeln. Das trifft auf die meisten Erkrankungen zu.

Nicht-muskelinvasiver Harnblasenkrebs
75% der Harnblasenkarzinome betreffen die die innerste Blasenwand-Schicht. Diese Tumore kann der Arzt aller Regel mit einer endoskopischen Operation, der transurethrale Resektion (TUR) entfernen. Dazu wird ein starrer Schaft über die Harnröhre in der Blase platziert, durch den der Operateur die Instrumente einführt und den Tumor entfernt. Für erfahrene Ärzte ist das ein Routineeingriff. Gelegentlich wird er sechs bis acht Wochen nach der OP wiederholt, um sicherzustellen, dass alle Tumorzellen vollständig entfernt wurden. Ergänzt werden kann die Operation durch eine lokale Chemotherapie, d. h., die Medikamente werden über einen Katheter in die Blase gegeben und wirken tatsächlich nur dort. Dadurch kann die Gefahr eines Wiederauftretens des Tumors weiter gesenkt werden. Ob eine ergänzende Chemotherapie sinnvoll ist, entscheidet der Urologe immer im Einzelfall.

Muskelinvasiver Blasenkrebs
Wenn der Tumor in die Muskulatur eingewachsen ist, muss meist die gesamte Blase entfernt werden. Je nach Stadium der Erkrankung werden bei dieser „radikalen Zystektomie“ auch die Beckenlymphknoten entfernt. Bei Männern außerdem die Prostata und die Bläschendrüsen, bei Frauen Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und ein Teil der Scheidenwand. Wurde der Tumor spät entdeckt und ist der Krebs bereits weit fortgeschritten, so empfehlen Mediziner eine zusätzliche Chemotherapie vor oder nach der Entfernung der Blase. Damit soll der Behandlungserfolg verbessert und das Risiko, dass der Krebs „gestreut“ hat, verringert werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der Harn nach der Entfernung der Blase abgeleitet werden kann, z.B. durch eine Öffnung in der Bauchdecke. Alternativ können die Operateure aus Darmteilen im Bauchraum ein Reservoir bilden, das mit Einmalkathetern regelmäßig geleert werden muss. Diese „trockene Lösung“ ist bei über 90 Prozent der Fälle machbar. Wenn die Harnröhre tumorfrei und der Patient einen gesunden Darm hat, kann die Harnröhre an eine „Neoblase“ angeschlossen werden. Die „baut“ der Arzt aus einem längeren Stück Dünndarm oder aus Dünn- und Dickdarm. Mit dieser OP ist anschließend ein normaler Toilettengang möglich. Allerdings muss der regelmäßig geschehen - die Neoblase signalisiert nicht, ob sie voll ist.

Bei Fällen, wo eine Blasenentfernung nicht möglich ist, weil z.B. andere Erkrankungen oder der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten es nicht zulassen, gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten:

Eine ist die Kombination aus dem endoskopischen Eingriff (TUR) und einer Chemo- und Strahlentherapie. Mit dieser kombinierten Radiochemotherapie lässt sich das Risiko, das der Krebs wiederkommt, senken. Patienten müssen für die Behandlung ausreichend körperlich fit sein, da sich die Nebenwirkungen der „Radiochemo“ gegenseitig verstärken. Je nach dem Stadium, indem sich der Tumor befindet, sind die Heilungsaussichten jedoch nicht mit denen einer Blasenentfernung vergleichbar – ein höheres Risiko besteht, dass der Tumor nicht komplett beseitigt wurde.

Eine weitere ist die alleinige Strahlentherapie (hochdosierte Röntgenstrahlung). Die Bestrahlung wird meist ambulant durchgeführt und die Strahlendosis wird auf mehrere Sitzungen verteilt abgegeben. Die Heilungschancen sind allerdings deutlich schlechter als bei einer Operation.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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