vor 3 Wochen

Weltkrebstag 2020

Eine Krebsdiagnose löst bei den Betroffenen meist Angst- und Machtlosigkeitsgefühle aus. Heute am Weltkrebstag rückt die Erkrankung wieder in den Fokus - nicht nur bei Patienten, sondern auch bei Angehörigen. Aber nicht nur diese Gruppen sollten genau hinhören, sondern die gesamte Bevölkerung, denn eine rechtzeitige Vorsorge kann Leben retten. Auch junge Menschen sind von Krebs betroffen. So ist z.B. Hodenkrebs die häufigste Krebserkrankung des jungen Mannes zwischen 15-35 Jahren. Das ist kaum jemandem bewusst. 

Seit wann gibt es den Weltkrebstag und warum?

Im Jahr 2000 wurde erstmals der Weltkrebstag ausgerufen und findet seitdem jährlich am 4. Februar statt. Er soll zur Aufklärung und Vorbeugung gegen Krebs dienen und wird von zahlreichen Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe, dem DKFZ, sowie Selbsthilfegruppen für Prostata- und Brustkrebspatienten und viele mehr. 

Wie sieht die Entwicklung von Krebs weltweit aus?

Laut WHO wird sich die Zahl der Krebsfälle weltweit nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2040 vermutlich fast verdoppeln. Das geht aus dem alle fünf Jahre erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hervor. 2018 erkrankten  weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Im Jahr 2040 liegt die Zahl laut IARC-Report bei etwa 29 bis 37 Millionen Menschen, die neu an Krebs erkranken.

Der Vorstandschef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, geht ebenfalls von einer solchen Entwicklung aus. Die Gründe sind vielfältig:

  • die wachsende Bevölkerung
  • eine immer älter werdende Bevölkerung
  • vielfältige Umwelteinflüsse
  • schlechtere Ernährung

Für Deutschland erwarte man einen Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen von derzeit 500 000 auf dann etwa 600 000 Fälle.

Krebs zu überleben eine Frage des Wohlstands?

Eine Krebserkrankung sei auch eine Frage des "Lebensstils" geworden.
Baumann rief die Menschen zu einer gesundheitsbewussteren Lebensweise auf. "Nach heutigem Wissensstand könnte man, wenn man alles das einhält, was wir derzeit wissen, tatsächlich 40 Prozent der Krebserkrankungen durch Prävention verhindern." Sprich Vorsorge sei das A und O.

In Deutschland überlebten derzeit 65 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen für mindestens fünf Jahre. Damit sei Deutschland zwar international weit vorn. Das bedeute aber auch, "dass 35 Prozent aller Mitbürger, die an Krebs erkranken, eben nicht fünf Jahre überleben". Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt in Deutschland fast jeder Zweite an Krebs: Bei Frauen beträgt das Lebenszeitrisiko 42,6 Prozent, bei Männern 47,5 Prozent.

Was kann man im täglichen Leben tun, um sich vor Krebs zu schützen?

Es gibt Faktoren, die die Möglichkeit einer Krebserkrankung fördern. Sie sind hinlänglich bekannt, werden aber dennoch häufig nicht berücksichtigt. 

  • Bitte nicht rauchen
    Rauchen steigert das Krebsrisiko um ein Vielfaches. Dazu hören alle Sorten von Tabak, auch Schnupftabak beispielsweise. Versuchen Sie, sich in einer rauchfreien Umgebung aufzuhalten. 
    Neue Studien zeigen, dass Rauchen nicht nur Lungenkrebs, sondern z.B. auch Blasenkrebs begünstigt.

  • Bitte nicht übermäßig trinken
    Erhöhter Alkoholkonsum kann ebenfalls Krebs auslösen, insbesondere Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder Magenkrebs.

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung
    Reichhaltige Ernährung in Form von frischem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Fisch. Fleisch sowie salzhaltiges Essen sollte nur in Maßen konsumiert werden. Vermeiden Sie zuviel Zucker und zuckerhaltige Getränke und trinken Sie lieber Wasser oder ungesüßte Tees.

  • Bewegung
    Das tägliche Sitzen am Arbeitsplatz ist nicht förderlich für die Gesundheit. Bauen Sie Pausen ein oder bewegen Sie sich mindestens 1 x pro Stunde oder machen Sie Dehnungsübungen. Es wird empfohlen, sich 3 x die Woche an der frischen Luft zu bewegen. 20 Minuten sind dabei schon ausreichend.

  • Schützen Sie sich vor der Sonne
    Nutzen Sie hohe Lichtschutzfaktoren, um sich vor der Sonne und damit vor Hautkrebs zu schützen. Das gilt nicht nur für Sie, sondern insbesondere auch für Ihre Kinder.

  • Nutzen Sie Impfungen und Vorsorgetermine
    Impfungen werden hierzulande oft verteufelt, allerdings schützen Sie vor Krankheiten. So sollten Mädchen und Jungen z.B. vor dem ersten Geschlechtsverkehr eine HPV-Impfung erhalten. Diese kann bei Kinderärzten, Allgemeinmedizinern oder Fachärzten durchtgeführt werden. 

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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