vor 4 Monaten

Ü50 und trotz Sterilisation Vater werden?

Ist die Familienplanung vermeintlich abgeschlossen, entscheiden sich in Deutschland pro Jahr etwa 50.000 Männer für eine Sterilisation. Diese sogenannte Vasektomie ist die sicherste Verhütungsmethode seitens des Mannes. Dabei handelt sich um einen komplikationsarmen Eingriff, bei dem die Urologin/der Urologe die Samenleiter durchtrennt, sodass der Spermientransport Richtung Prostata und Harnröhre verhindert wird. Doch manchmal läuft es mit dem Kinderwunsch anders als geplant: Rund sechs Prozent der Männer, die sich haben sterilisieren lassen, möchten die Vasektomie später rückgängig machen. Grundsätzlich ist dies mithilfe einer mikrochirurgischen Wiederherstellungs-Operation, der sogenannten Vaso-Vasostomie, möglich. Bei der Refertilisierung werden beide Enden der Samenleiter unter dem Operationsmikroskop wieder zusammengenäht. Die Chancen, danach ein Kind zu zeugen, sind laut einer neuen Studie unabhängig vom Alter des Mannes. Entscheidender sind andere Faktoren.

Alter des Mannes bei Zeugung relevant? Die US-amerikanischen ForscherInnen haben untersucht, ob es für eine erfolgreiche Schwangerschaft eine Rolle spielt, wie alt die Männer zum Zeitpunkt des refertilisierenden Eingriffs sind. Dafür teilten die WissenschaftlerInnen der Keck School of Medicine in Los Angeles die Studienteilnehmer, die sich einer Refertilisierung unterzogen hatten, in zwei altersabhängige Kohorten – über und unter 50 Jahre – und verglichen, wie viele Probanden nach dem Eingriff Vater wurden.

Das Ergebnis der Studie überrascht: Das Alter von Männern bei einer Refertilisierung scheint keinen Einfluss auf die Erfolgsrate für eine Schwangerschaft zu haben. Späte Vaterfreuden sind nach dem Eingriff also durchaus möglich. Von Bedeutung für die Erfolgsrate sei vielmehr, wie lange die Sterilisation bereits zurücklag, ob die Männer geraucht hatten und wie alt ihre Partnerinnen waren.

War die Partnerin jünger als 35 Jahre, war dies mit einer um 66 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft nach der Refertilisierung des Mannes assoziiert. Lag die Sterilisation weniger als zehn Jahre zurück, ging das mit einer um 30 Prozent erhöhten Chance auf die Erfüllung des Kinderwunsches einher. Hatten die Männer in der Vergangenheit geraucht, verringerte sich die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft um 48 Prozent.

Die Studienautoren schlussfolgern, dass Männern über 50 Jahren nicht aufgrund ihres Alters von einer Refertilisierung abgeraten werden sollte.

Weitere Informationen zur Sterilisation und zur Refertilisierung des Mannes lesen Sie auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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