vor 2 Wochen

Prostatitis: Es trifft rund jeden 10. Mann

Eine Prostatitis ist eine belastende Erkrankung für den Mann und eine Herausforderung für den Urologen. Sie tritt bei rund zehn Prozent aller Männer auf und wird in vier Formen unterteilt, was eine exakte Diagnose erfordert. Die akute Form wird von Fieber, starken Schmerzen im Prostata- oder Beckenbereich, Probleme beim Wasserlassen und eitrigem Ausfluss begleitet. Sie wird mit einer gezielten Antibiotikatherapie behandelt, kann andernfalls zu einer „chronischen bakteriellen Prostatitis“, der zweiten Form werden.

Daneben gibt es das chronische Beckenschmerzsyndrom, das mit Abstand für die meisten Erkrankungen verantwortlich ist. Die beiden chronischen Formen weisen ähnliche Symptome auf. Die Schmerzen sind meist geringer als bei der akuten Form, auch hier treten Probleme beim Wasserlassen, Erektionsstörungen oder sexuelle Unlust aufgrund der Schmerzen auf. Die „asymptomatische entzündliche Prostatitis“ hingegen muss wegen des Fehlens von Symptomen in der Regel nicht behandelt werden.

Eine spezialisierte und ausführliche Diagnostik ist notwendig, um die genaue Krankheitsform zu bestimmen. Dazu gehören ein ausführliches Arzt-Patientengespräch mit Anamnese und Erfassung der Beschwerden sowie eine körperliche Untersuchung mit Abtasten der Prostata. Die Untersuchung von Anfangs- und Mittelstrahlurin, Prostatasekret und dem nach einer Prostatamassage folgenden Exprimaturin zeigt, ob es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt. Die Art der Erreger wird dann genau bestimmt, um eine zielgerichtete Antibiotika-Therapie einleiten zu können - die wird ggf. wiederholt, weil die Erkrankung oft hartnäckig ist. Parallel dazu behandelt der Urologe Symptome wie Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen.

Die Behandlung des Beckenschmerzsyndroms und auch die einer chronischen nicht-bakterielle Prostatitis ist schwieriger, weil die Krankheitsursache nicht eindeutig zu bestimmen ist. Hier wird der Arzt gezielt an den Symptomen arbeiten. Eine sechsmonatige Therapie mit Alpha-Rezeptorenblockern, die Harnblase und die Blasenmuskulatur entspannen und so Schmerzen lindern und das Wasserlassen erleichtern, kann vielen Patienten helfen.

Zu den weiteren therapeutischen Möglichkeiten gehören entzündungshemmende Medikamente, die sakrale Nervenstimulation oder Prostatamassage oder auch Sitzbäder. Hier entscheiden Patient und Arzt, was im jeweiligen Fall geeignet ist.

 

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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