vor 1 Monat

Penisvergrößerung – Kopfsache oder notwendig?

Plastische Chirurgen operieren heute fast alle sichtbaren Körperteile, oft ohne medizinische Notwendigkeit. Auch Penisvergrößerungen werden angeboten, sind aber in den allerwenigsten Fällen sinnvoll oder gar notwendig: Die durchschnittliche Länge eines erigierten Penis beträgt bei europäischen Männern rund 13 Zentimeter. Von einem behandlungsbedürftigen Mikropenis sprechen Mediziner bei einer Penisgröße von unter 7,5 Zentimetern bzw. weniger als 3 Zentimetern in schlaffem Zustand. In diesen Fällen, die bei ca. 2 Prozent der erwachsenen Männer gemessen werden, werden die Kosten einer Penisvergrößerung von den gesetzlichen Kassen übernommen, wenn auch ein hoher psychischer Leidensdruck vorliegt. Wer seinen Penis auf eigene Rechnung vergrößern lassen möchte, muss mit Kosten von 5.000 bis 9.000 Euro rechnen.

Eine operative Penisvergrößerung – die Penisaugmentation – wird unter Narkose durchgeführt: Zuerst wird der Penis verlängert, indem der innenliegende Teils des Penis nach außen verlegt wird. Dazu wird die Befestigung am Schambein gelöst, nach vorne gezogen und wieder vernäht. Dadurch wird der nicht der Penis selbst, sondern der außen sichtbare Teil verlängert. Das macht eine Längenzunahme von 2 bis 5 Zentimetern möglich. Anschließend wird körpereigenes Fettgewebe (meist aus dem Oberschenkel) unterspritzt, wodurch eine Verdickung von bis zu 30 Prozent erreicht werden kann.

Mit dem Eingriff verbunden sind die üblichen Operationsrisiken: Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Narbenbildung u.a., es kann aber auch zu Erektionsstörungen kommen. Und nach der Operation muss der Penis für etwa vier Wochen durch Druckverband geschützt werden. Eine alternative Methode gibt es nur zur Penisverdickung: Die minimalinvasive Verabreichung von Hyaluronsäure ermöglicht dem Mediziner die schonende Modellierung der Penisform. Die Kosten hierfür sind nicht pauschal zu beziffern. Urologen raten bei Penisvergrößerungen zu großer Zurückhaltung. Erwägenswert sind sie, wenn ein befriedigendes Sexualleben nicht möglich ist oder ein wirklich großer psychischer Leidensdruck vorliegt.

Weitere Informationen, die Männer betreffen, finden Sie hier. Fragen beantwortet auch Androloge Dr. med. Oliver Gralla in seinem Video.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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