vor 2 Monaten

Peniskrebs

Peniskrebs gehört glücklicherweise zu den sehr seltenen Krebserkrankungen in Deutschland. Die Krankheit trifft zwischen 600 und 800 Männer pro Jahr, überwiegend im Alter von mehr als 60 oder 70 Jahren. Wird der Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Dann kann der Tumor dank moderner, organerhaltender Techniken „wegoperiert“ werden, ohne dass der Penis ganz oder teilweise entfernt werden muss und seine Funktion eingeschränkt wird.

Weil es aber im Frühstadium keine eindeutigen Symptome für diesen Krebs gibt, sollten Männer über 45 Jahren einmal jährlich die Krebsvorsorgeuntersuchung der äußeren Genitalien und der Prostata durchführen lassen. Diese Krebsvorsorge beim Urologen wird auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und empfohlen.

Beim Peniskrebs handelt es sich in den meisten Fällen um einen Hautkrebs. Deshalb ist der Gang zum Urologen ratsam, wenn ein Mann an Eichel oder Vorhaut – auch nicht schmerzende – Verhärtungen, Schwellungen oder Geschwüre feststellt. Die Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht wirklich geklärt, aber es gibt zumindest einen zahlenmäßigen Zusammenhang mit unzureichender Genitalhygiene: Der Vorhauttalg (Smegma), der sich unter der Vorhaut sammeln kann, begünstigt offenbar die Entstehung von Tumoren. Das erklärt auch die höheren Fallzahlen bei Männern mit einer Vorhautverengung (Phimose), denn das erschwert die Entfernung des Talgs erheblich. Dafür spricht auch, dass der Krebs bei beschnittenen Männern seltener vorkommt. Als weitere Ursachen werden die durch sexuelle Kontakte übertragbaren Papilloma-Viren (HPV-Infektion) diskutiert. Als Risikofaktoren gelten überdies chronische Entzündungen an Vorhaut oder Eichel, Genitalwarzen und natürlich das Rauchen.

Wenn das Arztgespräch zu einem Verdacht auf Peniskrebs führt, entnimmt der Urologe eine Gewebeprobe, die im Labor mikroskopisch analysiert wird. Liegt ein Peniskarzinom vor, wird z.B. mit Ultraschall, Computertomografie, Magnetresonanz- oder Kernspintomografie untersucht, ob und wie der Tumor schon gestreut hat. Metastasen bilden sich meist in den Lymphknoten, in späteren Stadien können auch andere Organe betroffen sein. Das Ergebnis bestimmt die therapeutischen Möglichkeiten. Im Frühstadium können die Krebszellen am Penis oft nahezu folgenlos operativ entfernt werden, in späteren Stadien oder ist eine teilweise oder vollständige Amputation oder auch die Entfernung der befallenen Lymphknoten notwendig. Wird der Peniskrebs frühzeitig erkannt, betragen die Heilungschancen 70 bis 80 Prozent.

Weitere Informationen gibt es hier.

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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