vor 2 Monaten

Hypospadie: Operation sorgt für einen funktionierenden Penis

Mit ca. einem Fall pro 200 bis 400 Geburten ist die Hypospadie eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Jungen. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine Fehlbildung der Harnröhre, die durch eine Entwicklungsstörung während der 9 und 13 Schwangerschaftswoche verursacht wird. Bei einer Hypospadie reicht die Harnröhre nicht bis zur Spitze der Eichel, sondern sie endet mit einer Öffnung an der Unterseite des Penis. Es gibt dabei verschiedene Schweregrade, in den meisten Fällen endet die Harnröhre relativ kurz vor der Eichel. Bei schweren Fällen liegt ihre Mündung darunter, bis hin zum Ansatz des Hodensacks oder am Dammbereich.

Behandlungsbedürftig sind Hypospadien, weil sie den Transport und die Abgabe von Harn und Sperma erschweren. Außerdem geht es um das Erscheinungsbild des Penis, denn die Fehlbildung kann bei den betroffenen Jungen zu schambedingten psychischen und seelischen Problemen führen.

Das Problem kann verstärkt werden durch eine Verkrümmung des Penis, die in rund 15 Prozent der einfachen Fälle auftritt, bei schwereren Fällen deutlich häufiger. Endet die Harnröhre in direkter Nähe der Eichel, kann mitunter auf eine Operation verzichtet werden. Darüber müssen dann die Eltern in Abstimmung mit dem Urologen entscheiden. Bei schwereren Formen ist ein Eingriff unvermeidlich. Ziel jeder Operation ist ein gut funktionierender und weitestgehend normal aussehender Penis.

Empfehlenswert ist eine frühzeitige Operation zwischen dem 6 und 12. Lebensmonat. Dann erinnern sich die Kinder später nicht an den Eingriff, was die Gefahr von späteren psychischen Problemen verringert. Die Operation dauert - je nach Schweregrad - zwischen 90 Minuten und drei Stunden und sie verläuft in bis zu 90 Prozent aller Fälle erfolgreich. Allerdings kann es, wie bei allen chirurgischen Eingriffen, zu Komplikationen oder Wundheilungsstörungen kommen; eine gute Nachsorge über mehrere Monate sollte selbstverständlich sein.

Eine familiäre Veranlagung erhöht das Risiko einer Hypospadie. Es liegt bei rund 8 von 100 Fällen, wenn der Vater ebenfalls eine Hypospadie hatte, und bei 14 von 100 wenn ein zuvor geborener Bruder mit einer verkürzten Harnröhre auf die Welt gekommen ist.

Weitere Informationen zu urologischen Erkrankungen bei Kindern finden Sie hier

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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