vor 4 Wochen

HPV-Impfung: Krebsschutz auch für Jungen

Seit Sommer 2018 wird die Impfung gegen HPV-Viren auch 9 bis 17-jährigen Jungen empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt. Bis dahin galt die Impfempfehlung nur für Mädchen, weil die Humane Papillomviren (HPV) wichtigster Auslöser von Gebärmutterhalskrebs sind. Da Jungen Überträger des HP-Virus sein können, ist eine Impfung beider Geschlechter sinnvoll. Allerdings weiß man heute, dass die Viren auch bei Männern verschiedene Erkrankungen auslösen können. Dazu gehören die lästigen, aber eher harmlosen Feigwarzen an Penis oder Analbereich. Aber HPV sind auch für bestimmte Formen von Penis- und Analkrebs sowie für Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens verantwortlich. Weil die meisten dieser Krankheiten in den Zuständigkeitsbereich der Urologen fallen, sind diese Fachärzte auch erste Adresse für Jungen, die sich durch die Impfung schützen möchten.

Idealerweise wird die Impfung durchgeführt, bevor die Jungen (und Mädchen) erste Sexualkontakte hatten - deshalb die Empfehlung „ab 9“. Die Schwelle „bis 17“ wurde gezogen, weil es in Sachen Sexualität Frühstarter genau wie Spätzünder gibt – und weil die Impfung auch nach den ersten sexuellen Erfahrungen durchaus schützen kann. Der Grund: Sie wirkt gegen verschiedene HPV-Typen, und man wird so gut wie nie mit allen Typen zugleich infiziert.

Die Impfung selbst führt schlimmstenfalls zu kurzfristigen Schwellungen oder Rötungen an der Impfstelle, manchmal und vorübergehend zu Schwindel oder anderen Kreislaufbeschwerden. Impfschäden sind hingegen nicht bekannt: Mittlerweile wurden fast 300 Mio. Dosen der Impfstoffe verabreicht, dabei wurden Nebenwirkungen, die zu einer dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigung führen, nicht festgestellt. Es kann allerdings zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Abgeschlagenheit kommen, aber immer über einen begrenzten Zeitraum und ohne „Nachwirkungen“.

Damit der Schutz wirkt, werden bis zu 14-jährige Kinder innerhalb von fünf Monaten zweimal geimpft, über 15-Jährigen werden innerhalb von sechs Monaten drei Dosen verabreicht. Übrigens: Wer als Junge glaubt, er könne auf die Impfung verzichten, weil ja die Mädchen geimpft sind und deshalb das Virus nicht übertragen können, ist auf dem Holzweg. Denn dazu wären Impfquoten von über 85 Prozent notwendig, tatsächlich liegen sie aber bei nur rund 40 Prozent.

Weitere Informationen zu Erkrankungen von Kindern, die von Urologinnen und Urologen behandelt werden, gibt es hier

Weiterführende Informationen zu HPV gibt es hier

Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

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